Betriebliches Gesundheits-Management (BGM) wurde einst eingeführt, um dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter nachhaltig gesund bleiben. Ist Ihr Unternehmen gesund, so stimmen die Finanzen und die Auftragslage, denken Sie vermutlich zuerst. Erst dann kommen Ihnen wahrscheinlich erst die eigene Gesundheit und die Ihrer Mitarbeiter in den Sinn. Langfristig für eine vitale Belegschaft zu sorgen ist eine der zentralen Unternehmer-Aufgaben – sollte es zumindest sein. BGM bietet sinnvolle Ansätze und ist deshalb staatlich gefordert und gefördert. Indes sieht es so aus, als würde meist an Symptomen herumgedoktert. Doch wo können Sie ansetzen, um langfristig gesunde Strukturen zu schaffen?

Hat Betriebliches Gesundheits-Management wirklich zu mehr Gesundheit in Unternehmen geführt?

Im BGM können Sie allerlei Maßnahmen ergreifen, von Aqua-Gymnastik bis Zen-Meditation. Häufig jedoch werden Herausforderungen nicht systematisch, sondern symptomatisch angegangen und zeigen daher begrenzt nachhaltige Wirkung.

Haben Sie über die Jahre Übergewicht und Diabetes (Typ II) entwickelt, können Sie die Symptome langfristig mit Medikamenten bekämpfen. So bleiben Sie wahrscheinlich krank. Die Chancen stehen jedoch gut, dass Sie mit entsprechender Umstellung Ihres Lebensstils langfristig gesund werden.

Die Krankheitsraten in deutschen Unternehmen zeigen, dass eine durchschlagende Wirkung von BGM bislang bezweifelt werden darf. Laut dem Dachverband der Betriebs-Krankenkassen waren im Jahr 2018 Pflichtmitglieder im Schnitt 18,5 Tage krank, 2008 waren es noch 12,6 Tage. Auch andere Statistiken zeigen eine ganz ähnliche Tendenz.

Führungskräfte sollten Gesundheit vorleben

Langfristig gesunde Organisationen beginnen bei der Führungskraft und wie diese auf ihre eigene Balance schaut. Frauen sind generell besser in der Lage regelmäßig den Blick nach innen zu wenden und sich um ihre Gesundheit zu kümmern. Vermutlich leben sie deswegen auch länger. Männer sind hier stärker gefährdet. Die meisten Unternehmer-Männer wollen vor allem nur eins – voran. Doch was ist der Preis dafür?

Es geht um Selbst-Bewusst-Sein

Fangen Sie vorne, bei der Unternehmens-Kultur und damit bei sich als Chef oder Führungskraft an. Es geht darum ein „Bewusst-Sein“ für sich selbst zu entwickeln. Anders ausgedrückt: Wie ticken Sie und Ihr Unternehmen? Was brauchen Sie, Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter, um sich langfristig in ihrem Job wohl zu fühlen?

Nicht erst wenn Ihr Unternehmen oder die Abteilung kränkelt, dürfen Sie sich einige zentrale Fragen beantworten, wie:

  • Binden Sie sich regelmäßig zu viele Themen ans Bein und weshalb?
  • Passen Ihre Rollen und Tätigkeiten zu Ihnen und wie Sie gestrickt sind?
  • Kennen Sie Ihre Stärken und nutzen Sie diese?
  • Welche Werte leiten Sie und die Zusammenarbeit mit anderen?
  • Wann waren Sie das letzte Mal wirklich erholt?

Sollten Ihre Antworten unbefriedigend ausfallen und Sie sich öfter fremd-bestimmt fühlen, wird es höchste Zeit zu re-agieren. Schaffen Sie für sich selbst Klarheit und Orientierung in Richtung Selbst-Bestimmung – dann gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern.

Widerstand ist „zwecklos“

Hintergrund ist, dass Dinge die wir nicht gerne erledigen oder die uns aufstoßen, für innerliche Abwehr und Widerstand sorgen. Dies zeigt sich früher oder später auf der körperlichen Ebene. Wir bekommen sprichwörtlich Ausschlag und bleiben lieber daheim.

Deshalb – machen Sie mehr von dem, was Ihnen und Ihren Mitarbeitern bei der Arbeit Spaß macht und Motivation gibt. Diesen Weg zu gehen ist nicht unbedingt leicht – aber nachhaltig.